Gwenneth Boelens

Man kann die Entwicklung von Gwenneth Boelens Arbeit innerhalb der letzten zehnJahre als eine sich stets ausdehnende Bewegung beschreiben, die sich zunehmend vonRepräsentation in Richtung Abstraktion entwickelt hat. Sie ist von einem Gefühl desSuchens durchdrungen, das in einer Meditation über Erfahrung, Denken, Erinnerung undProzess mündet.Das Negativ als Zwischen- oder Proto-Abbildung hat eine Reihe von Arbeiten inspiriert. Installationen mit lebensgroßen Negativen berühren überlagerte Zeitschichten und einGefühl des Dazwischen-Seins. Verschiedenartige Markierungen beziehen sich auf denMoment, in dem das Bild entstanden ist. Hierdurch wird die Arbeit viel eher zu derAufnahme einer performativen Aktion als zu einem Bild. Als Fortsetzung dieserUntersuchung begann Boelens, mit der Idee von skulpturalen Schrifttafeln und demkeramischen Verfahren zu arbeiten. Sie ist an der Schrifttafel als primitivem, portablemTräger (4000-2500 v. Chr.) interessiert; einem ersten Schritt in Richtung Schreiben, demFesthalten von Gesten, dem Aufschreiben von Gedanken und deren zweckmäßigemGebrauch als Rechner. Ähnlich wie bei der Verwendung ihrer Negative ist sie viel mehran der physischen und metaphysischen Erscheinung der Schrifttafel und demperformativen Aspekt des Markierens und Beschriftens interessiert, als an Themen derVerschlüsselung und Darstellung. 

All images Courtesy the artist and KLEMM'S, Berlin


Tablet (i), 2014, 
fired clay, metal, 
42 x 56 x 2,5 cm










Tablet (c), 2013, 
fired clay, 
115 x 137 cm











Hand-Wall, 2007, film still, 
16 mm film, 4:35 min., ed. 3+1 a.p.









Hand-Wall, 2007, film still, 
16 mm film, 4:35 min., ed. 3+1 a.p.